UNSERE ZEILEN SIND WAS WERT!

Tageszeitungen brauchen engagierte freie Journalisten, die mit hohen qualitativen Standards vor Ort recherchieren. Einsatz und Engagement müssen angemessen bezahlt werden. Die Vergütungsregeln an Tageszeitungen sind dafür eine gute Basis. Die Verlage in Deutschland sind jetzt aufgefordert, sie auch umzusetzen. Auf dieser Aktions-Website finden Sie Informationen, wie Sie selbst vor Ort daran mitwirken können, die Anwendung der neuen Honorar- und Vertragsregeln durchzusetzen. Machen Sie mit, für Qualität an Tageszeitungen, für angemessene Vergütungen!

Gesetz zum Urheberrecht benachteiligt Zeitungsjournalisten

Beitrag vom 04.05.16

urheberrechtsreform 2

Die ursprünglich zu Gunsten der Urheber geplante Reform des Urheberrechts ist auf Druck der Verlagswirtschaft stark verschlechtert worden. Kernprobleme des aktuellen Entwurfs:

  1. Der Grundsatz, dass jede Nutzung des Werkes zu vergüten ist, wurde aus dem Gesetz in dieser klaren Formulierung gestrichen. Es findet sich nunmehr nur noch der Passus im Gesetz, dass bei der Prüfung der Angemessenheit die Häufigkeit zu berücksichtigen ist.
  2. Das Recht auf Auskunft über Nutzung des Werkes wird für „untergeordnete Werke“ gestrichen. Wie ein Verlegervertreter bereits deutlich machte, werden die Verleger einzelne Beiträge als solche „untergeordnete Werke“ einstufen und Journalisten damit keine Auskunft über die Nutzung ihrer Beiträge erteilen.
  3. Das Recht auf Rücktritt vom Vertrag wird in untauglicher Weise geregelt und für Journalisten praktisch ausgeschlossen
  4. Erstmals wird im Gesetz explizit die Zulässigkeit von Verträgen geregelt, mit denen Verleger Journalisten zur Übertragung ausschließlicher Rechte (Buy out) zwingen.

Ausführliche Argumente gegen diesen Ansatz finden sich bei der Initiative Urheberrecht.

Journalistinnen und Journalistinnen an Tageszeitungen, aber auch an Zeitschriften sollten sich bei ihren Bundestagsabgeordneten und ihrer Landesregierung dafür einsetzen, dass die jetzige Fassung des Gesetzentwurfes geändert wird. Bei den Geschäftsstellen von DJV und dju in ver.di können bei Bedarf Musterschreiben angefordert werden, es wird freilich empfohlen, in eigenen Worten und mit eigenen kreativen Mitteln für eine Änderung einzutreten.





Aktionen und Diskussionen an Ihrer Zeitung!

Beitrag vom 11.11.15

„Wer als freier Journalist an meiner Zeitung Probleme mit dem Honorar hat, kann mich jederzeit ansprechen“, verkündete kürzlich ein Geschäftsführer einer Tageszeitung, als das Thema Vergütungsregeln von einem DJV-Vertreter angesprochen wurde. Tatsächlich? Ist es wirklich so einfach? Was sind denn die Spielräume für Honorare an der Zeitung? Gibt es Kolleginnen und Kollegen, die andere Konditionen haben als der Rest? Was kann rausverhandelt werden? Und gibt es nicht doch die Möglichkeit, ein Verlagshaus auf den Weg zu Vergütungsregeln, fairen Honoraren und Vertragsbedingungen zu bringen?

Die Interessensvertretungen der Freien an den Zeitungen, der DJV und die dju in ver.di, haben die Vergütungsregeln 2010 vereinbart, damit die Situation an den Zeitungen besser wird. Doch nichts verbessert sich, wenn nicht vor Ort um das Honorar und faire Vertragsbedingungen gerungen wird. Wie der erwähnte Geschäftsführer es selbst sagte, gibt es viel zu wenige Freie, die das Thema nachhaltig thematisieren. Die Gewerkschaften sind nur so stark wie ihre Mitglieder in den Häusern auftreten. Wer glaubt, dass sich etwas ändert, nur weil der DJV oder die dju einen Brief oder eine Pressemitteilung verfassen, irrt gewaltig.

An den Medienhäusern, in denen sich in den letzten Jahren etwas bewegt hat, gab es immer eine engagierte Gruppe von Freien, die sich dann mit den festangestellten Kolleginnen und Kollegen zusammen, mit Hilfe von DJV und dju, in Gespräche mit Redaktion und vor allem Geschäftsführung begeben haben. Natürlich auch mit offenem Ausgang, weil es Erfolgsgarantien nicht geben kann.

Kurz: Wenn Sie etwas an Ihrer Zeitung bewegen wollen, beginnen Sie mit der Organisation der Freien in einem kleinen Freien-Stammtisch, treffen Sie sich mit dem Betriebsrat und den örtlichen Vertretungen der Gewerkschaften, holen Sie Referenten aus den Gewerkschaftszentralen und bleiben Sie am Thema dran durch Mailinglisten oder Whatsapp-Gruppen für die Freien an Ihrer Zeitung. Voraussetzung dafür ist natürlich auch, dass Sie möglichst viele der Freien dazu bewegen, in die Gewerkschaft einzutreten, denn nur so kann effektive Hilfe und am Ende auch Rechtsschutz geleistet werden.





Honorare melden!

Beitrag vom 30.06.15

Für die Arbeit der Vertreter/innen der Freien im DJV und in der dju ist es wichtig, wenn aktuelle Infos über die tatsächlichen Honorare gemeldet werden. Dabei geht es sowohl um Fälle, in denen die Sätze der Vergütungsregeln eingehalten werden als auch solche Zeitungen, wo sie unterschritten werden.

Hier sind die Adressen, wo Daten online (und anonym) gemeldet werden können, übrigens nicht nur Zeitungshonorare:

DJV-Honorardatenbank djv.de/meldung

mediafon-Honorardatenbank