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  • Die Aktion „Faire Zeitungshonorare“ führt derzeit eine Umfrage unter freien Journalisten durch. Eine soeben durchgeführte Zwischenauswertung zeigt die Stimmung der Freien vor Ort ziemlich gut auf. Das war eine der Fragen:

    „Wie würden Sie die Situation der Freien an Tageszeitungen beschreiben? (Wir würden Ihre Antwort dann gerne auf faire-zeitungshonorare.de veröffentlichen!)“

    Hier die Antworten:

    …nun vielleicht sind Tageszeitung ja bald wirklich Geschichte. Schlechte Themenauswahl, oberflächliche Recherchen, langweiliges Layout und belangloses Bildergemüse. …vielleicht schlägt ja bald wirklich die Stunde der Ipads. Dann mach ich mich ganz selbstständig – und wenn das funktioniert verkauf ich direkt ein meine Leser. Ich brauch dafür keine Chefs mehr, keine Verlage, keine Abrechnungchaoten: Nur noch Kollegen. ;-))

    1. Termine werden an Freie vergeben, die Festangestellte nicht übernehmen wollen (Themen, Arbeitszeit) 2. Der Arbeitsaufwand ist mit dem Honorar nicht vereinbar, hier müssten freie Kollegen auch öfter Nein sagen, wenn ein Auftrag unwirtschaftlich ist. Freie Kollegen müssen ultra-flexibel sein, weil teilweise Terminaufträge vergeben werden, die sehr kurzfristig sind.

    Alleine von meinen Aufträgen für Tageszeitungen könnte ich nicht leben. Ohne die Arbeit für Zeitschriften, die wesentlich besser bezahlen, hätte ich ein finanzielles Problem. Für Tageszeitungen arbeite ich auch nur, wenn ich für jeden Text auch ein Foto machen kann – denn oft bekomme ich für die Fotos mehr als über das Zeilenhonorar. Ohne zusätzlichen Fotoauftrag zum Schreiben würde sich die Arbeit für Tageszeitungen überhaupt nicht lohnen.

    Die Freien – aus Sicht der Verleger: Ungeliebte Notwendigkeit, aus Sicht der Redakteure: die Unverzichtbaren

    Die Freien sind eine sehr wichtige, tragende Säule der Tageszeitungen. Viele Themen und Termine könnten ohne diese in der gewünschten Qualität gar nicht besetzt werden.

    Die Freien sind immer mehr die Lückenbüßer für Redakteursstellen, die Verlage aus Kostengründen einsparen wollen.

    Die Freien werden immer unverzichtbarer angesichts der schrumpfenden Redaktionen, sie werden aber nicht annähernd adäquat bezahlt. Von ihnen kommen die täglichen Inhalte der Regionalzeitungen, aber manche Chefs sacken nur das Geld ein.

    Die Situation der Freien an Tageszeitungen ist nicht gerade rosig. Ich befürchte, dass sich das auch nicht verbessern, sondern eher verschlimmern wird.

    Ein Traumjob mit Hindernissen: Die Freiheiten sind großartig, Absicherung und Finanzen hingegen ein Desaster. Es gibt kaum einen schöneren Beruf – doch das Leben in Freiheit ist ein hartes Brot.

    Freie haben zunehmend prekäre Arbeitsverhältnisse. Die Bedeutung ihrer Mitarbeit für die Qualität von Medien wird nicht geschätzt.

    Freie Journalisten sind eine wichtige und unverzichtbare Unterstützung für die Redaktionen, um kurzfristig mehrere Termine gleichzeitig besetzen zu können und Auftragsspitzen abzuarbeiten. Zudem erweitern sie die kreative Vielfalt einer Zeitung sowohl beim Aufspüren von Geschichten als auch für die Stilvielfalt in Sprache und Bild. Leider werden sie allzu häufig als Bittsteller gesehen sowohl von angestellten Redakteuren als auch von der Verlagsleitung. Da sollte dringend ein Umdenken bzw. eine Rückbesinnung einsetzen. Ohne freie Journalisten, die ohne Knebelung durch rechtlich fragwürdige Verträge (Mehrfachverwertung) und das Abspeisen mit Billigsthonoraren verscheucht werden, sind qualitativ hochwertige Tageszeitungen nicht zu realisieren.

    Fühle mich ausgebeutet, wenn ich sehe wie eklatant der Unterschied zwischen den Vergütungsregeln und dem tatsächlichen Honorar ist. Habe allerdings Sorge, dass ich keine Aufträge mehr bekomme, wenn ich die Vergütungsregeln einfordere. Hausfrauen, Schüler und Studenten finden sich immer.
    Für die gleiche Arbeit werden weiterhin sehr unterschiedliche Honorare bezahlt. Der Zeitaufwand interessiert keinen und unter dem Strich bleibt oft ein sehr schlechter Stundenlohn.

    Für die meisten Freien an Tageszeitungen bedeutet dies ein Leben von der Hand in den Mund. Wer keine Alternative hat ist auf jeden Auftrag angewiesen und so ist die Befürchtung groß, diesen Auftraggeber zu verlieren, wenn Honorarforderungen gestellt werden. Gut beraten ist jeder, sich andere Auftraggeber zu suchen, im PR-Bereich, online oder in der Weiterbildung.

    Ich gehöre der Fraktion „Verbrannte Erde“ an. Tageszeitungen sind m.E. gut fürs Image und zum Networking.

    Ich habe lange als Freie für Tageszeitungen geschrieben. Ich konnte es mir aber nicht mehr leisten, für diese (Zeilen-)Honorare zu arbeiten. Deshalb habe ich mir andere Auftraggeber gesucht. Es gab eine Durststrecke, die ich aber – auch mit Glück – gut überwunden habe. Insgesamt macht mir jetzt der Beruf wieder Spaß, ich arbeite weniger und verdiene mehr.

    Freie an Tageszeitungen: Lückenbüßer für Aufträge, die keiner so richtig mag (Zeit, Weg, Aufwand).
    Man ist billiger Puffer bzw. Ersatz, vor allem abends und an den Wochenenden (von Sonntagszuschlägen, wie sie die fest angestellten Kollegen bekommen, kann man nur träumen).

    Mit geht es eigentlich recht gut. Weder die Zeitung noch die Agentur zahlt auch nur annähernd das, was sie müsste, dennoch klappt es mit der Selbstständigkeit besser als ich ursprünglich dachte. Ich komme gut über die Runden, habe allerdings auch einen sehr bescheidenen Lebensstil.

    Nützliche Idioten.

    Sicherer Anker für Redaktionen, hohe Qualität für wenig Geld.

    Teils hoch qualifizierte Mitarbeiter (Praktika, Volontarist, Studium), die als Billigkräfte verheizt werden. Das zerstört nicht nur das soziale Leben eines Freien, sondern auch die eigentlich große Liebe zu diesem eigentlich schönen Beruf.

    Unerträglich. Ich arbeite nicht mehr für Geld, sondern wenn mich das Thema persönlich interessiert.

    Wir Freien sind leider des letzte Glied der Kette. Reichen die Kapazitäten der Redaktion gerade aus, gibt es fast keine Aufträge. Zu anderen Zeiten reicht der Terminkalender dann nicht für alle – oft sehr kurzfristigen – Aufträge. Das Risiko liegt 100 Prozent bei den Freien, eine etwas unfaire Verteilung.

    Wir sind die mexikanischen Wanderarbeiter im deutschen Verlagswesen.

    Wir sind schlecht bezahlte und schlecht angesehene Idioten, die bis zu 50 Prozent der Seiten füllen.

    Ein Kommentar:
      Marius Jaster meint:

      Ja, wenn sich mal ALLE (ohne Ausnahme) freien unterbezahlten einig wären und unangekündigt FREI machen – mal nur eine Woche, würde sich sicher etwas ändern – einfach deshalb, weil kein Verleger weiße Seiten und/oder einfache Faltblätter an seine Leser verkaufen kann…

    Kommentare