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  • Wie sähen Zeitungen ohne freie Journalisten aus? Vor allem ziemlich leer. Tageszeitungen leben jeden Tag auch von den Texten und Fotos freier Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. In der Bezahlung schlägt sich das aber oft genug nicht nieder: 40 Euro Brutto-Honorar für sechs Stunden Arbeit – das ist für viele freie Journalisten keine Seltenheit.

    Fotos: Michael Bamberger

    Mit einem Stand in der Freiburger Innenstadt haben am 29. Oktober – dem Weltspartag – freie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an südbadischen Tageszeitungen die Öffentlichkeit über ihre Arbeitsbedingungen informiert. Die Aktion war Teil der bundesweiten Kampagne der Deutschen Journalistenunion dju in Ver.di und des Deutschen Journalistenverbandes DJV zu den neuen Vergütungsregeln: Die Bestimmungen schreiben Mindeststandards für Freien-Honorare vor und gelten seit Februar 2010 – werden von vielen Zeitungshäusern aber nicht oder nur unvollständig angewandt.

    Vor allem eine große Stellwand zog die Aufmerksamkeit vieler Passanten auf sich: An ihr hingen Beispielseiten aus verschiedenen Ressorts der Badischen Zeitung – einmal komplett, ein zweites Mal ohne Texte und Fotos von freien Mitarbeitern. Leserinnen und Leser informierten sich über die Arbeitsweisen und Zeilenhonorare freier Journalisten und die unterschiedlichen Anwendungen der Vergütungsregeln bei Tageszeitungen. Viele teilten die Sorge, dass allzu knappe Honorare letztlich zu einem Qualitätsverlust der Zeitungen führten, etwa weil Autorinnen und Autoren es sich oft wirtschaftlich gar nicht leisten könnten, viel Zeit in die gründliche Recherche jedes Themas zu stecken.

    Auch Redakteurinnen und Redakteure der Badischen Zeitung besuchten ihre freiberuflichen Kollegen am Stand. Einige Freiburger Stadträte, die zuvor eine Einladung zu der Aktion erhalten hatten, informierten sich vor Ort. Und der Freiburger Landtagsabgeordnete Walter Krögner (SPD) brachte eine eigene Pressemitteilung vorbei, in der er die Forderungen nach fairen Honoraren unterstützte. Qualität im Journalismus erfordere auch eine gute Bezahlung, die Zeitungshäuser dürften nicht nur auf den Idealismus ihrer freien Mitarbeiter setzen, so Krögner. Sprüche wie: „Seien Sie doch froh, Sie dürfen in Ihrem Traumberuf arbeiten…“ könne er „einfach nicht mehr hören.“

    Thomas Goebel

    Ein Kommentar:
      Marina Hube meint:

      Eine tolle Aktion. Dürfte bei Zeitungslesern gut ankommen.

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